LCN-Musterzimmer: Unterschied zwischen den Versionen
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* [[ GT4D ]] - Infodisplay mit 4 Tastern | * [[ GT4D ]] - Infodisplay mit 4 Tastern | ||
| − | * [[TS]] - der LCN Temperatur-Sensor | + | * [[TS]] - der LCN Temperatur-Sensor für die Heizungsregelung |
Der Temperatursensor kann in das GT4D Display eingebaut werden und wird auch direkt dort angesteckt, das Display wird direkt mit dem UPP-Modul verbunden. Der T8-Tastadapter wird ebenfalls an das UPP Modul angesteckt und stellt mehrere Adern bereit, die an die beiden Tast-Wippen angeschlossen werden. Das UPP Modul wandert in die Elektronikdose hinter dem oberen Schalter, alle Verbindungsleitungen sind bereits an den Komponenten vorhanden, so daß hier kein weiteres Material erforderlich ist. | Der Temperatursensor kann in das GT4D Display eingebaut werden und wird auch direkt dort angesteckt, das Display wird direkt mit dem UPP-Modul verbunden. Der T8-Tastadapter wird ebenfalls an das UPP Modul angesteckt und stellt mehrere Adern bereit, die an die beiden Tast-Wippen angeschlossen werden. Das UPP Modul wandert in die Elektronikdose hinter dem oberen Schalter, alle Verbindungsleitungen sind bereits an den Komponenten vorhanden, so daß hier kein weiteres Material erforderlich ist. | ||
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Es ist ratsam als Dosen auch hier zwei Elektronikdosen zu verbauen, das ist im Moment zwar nicht erforderlich, aber mit dem verlegten 5x1.5 und dem Platz in den Dosen kann die Schaltstelle bei Bedarf später zum vollwertigen Bus-Teilnehmer ausgebaut werden. | Es ist ratsam als Dosen auch hier zwei Elektronikdosen zu verbauen, das ist im Moment zwar nicht erforderlich, aber mit dem verlegten 5x1.5 und dem Platz in den Dosen kann die Schaltstelle bei Bedarf später zum vollwertigen Bus-Teilnehmer ausgebaut werden. | ||
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| + | Für die Steuerung der Rollladen/Markise kommt ein zentraler Relais-Block in der Unterverteilung zum Einsatz. Das [[R8H]] hat acht Relais wovon immer zwei für die Motorsteuerung gepaart werden können. Von der UV zum Rollladen sind vier Adern erforderlich (PE/N/Auf/Ab), für einen einzelnen Antrieb legt man also ein 5x1.5 direkt von der UV zum Rollladen, durch Verwendung von 7x1.5 oder 10x1.5 kann man auch zwei bzw. vier Antriebe mit einer Zuleitung versorgen. Achtung: Ein Zusammenschalten der Auf/Ab Phasen mehrerer Antriebe ist in der Regel '''nicht''' möglich! | ||
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| + | Damit wir uns mit der automatischen Rollladen-Steuerung auf der Terasse nicht aussperren, ist ein Fensterkontakt an der Terassen-Türe sinnvoll. Dieser arbeitet mit einer Kleinspannung und wird mit einem Y(St)Y ("Telefonkabel") an den Bus angeschlossen. Ein 1x2x.0.8 zum UPP wäre ausreichend, für spätere Erweiterungen ist aber ein 4x2x0.8 zur Unterverteilung keine schlechte Idee und nicht wesentlich teurer. Der Kontakt wird in der Unterverteilung auf einen Binäreingang des [[BU4L]] aufgelegt (bei Anschluß an das UPP wird ein [[B3I]] verwendet). | ||
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| + | Die erste Steckdose im Raum wird wieder mit einem 5x1.5 aus der UV angefahren, die beiden schaltbaren Phasen werden auf zwei Ausgänge eines R8H aufgelegt. Von der ersten Dose aus werden alle weiteren Steckdosen "im Ring" mit einem 5x1.5 verbunden. Die drei Schaltphasen werden immer durchgeschleift und jede Steckdose kann nach Bedarf auf eine dieser aufgelegt werden. Falls der Bedarf nach mehr als zwei schaltbaren Kreisen besteht, kann man auch ein 7x1.5 verwenden oder den Raum mit 2 Zuleitungen anfahren. | ||
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| + | == Programmierung / Schaltmöglichkeiten == | ||
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| + | '''Anmerkung:''' LCN verwendet keine "Schalter" sondern Taster und kann unterscheiden ob ein Taster nur kurz gedrückt wurde oder über eine längere Zeit (einstellbar, ab 0.5 Sek) gedrückt bleibt. '''Die hier vorgestellte Programmierung ist ein Beispiel, die mit den oben benannten Komponenten umgesetzt werden kann. Andere Lösungen sind natürlich möglich.''' | ||
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| + | Der Einzeltaster schaltet durch kurzes Drücken das Hauptlicht ein und aus, ein langer Druck dient als "Zentral-Aus" und schaltet | ||
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| + | Über die drei Standard-Taster lassen sich (praktisch für Besucher oder Kinder) durch kurzes Drücken die drei Lichtquellen im Raum ein- und ausschalten. | ||
Version vom 22. Januar 2013, 23:07 Uhr
Diese Seite soll dem interessierten Anfänger anhand eines "Musterzimmer" eine Idee vermitteln, wie die Basis-Komponenten des LCN Bussystem für einen (mehr oder weniger) typischen Raum im Privathaus eingesetzt werden können. Als Musterraum dient ein Wohnraum mit zwei Fenstern und einer Terassentüre, diese sind mit elektrischen Rollladen ausgestattet. Es gibt drei Lichtausläße und mehrere Steckdosen, von denen einige schaltbar sein sollen, vor der Terasse ist eine elektrische Markise angebracht. Die Regelung der Fußbodenheizung soll ebenfalls über LCN erfolgen.
Inhaltsverzeichnis
Die Schaltstellen
Zimmertür (Eingang vom Flur)
An der Eingangstüre des Zimmers befindet sich eine Einfach-Wippe und eine Doppel-Wippe im 2-fach Rahmen (normale 230V Ausführung aus dem Schalterprogramm deiner Wahl!) sowie ein Info-Display mit 4 Tastflächen (GT4D von LCN). Folgende Komponenten werden hier verbaut:
- 2 Stück Elektronikdose (auf Schalterhöhe 1.10m)
- 1 Stück Standard-UP Dose auf 1.50m Höhe
- Standard Tast-Wippe (1x Ein) und Serien-Wippe (2xEin) aus beliebigem Standard-Schalterprogramm
- UPP-Buskoppler Modul
- T8 Tastadapter - ermöglicht den Anschluß von bis zu 8 konventionellen Tastern an das UPP Modul
- GT4D - Infodisplay mit 4 Tastern
- TS - der LCN Temperatur-Sensor für die Heizungsregelung
Der Temperatursensor kann in das GT4D Display eingebaut werden und wird auch direkt dort angesteckt, das Display wird direkt mit dem UPP-Modul verbunden. Der T8-Tastadapter wird ebenfalls an das UPP Modul angesteckt und stellt mehrere Adern bereit, die an die beiden Tast-Wippen angeschlossen werden. Das UPP Modul wandert in die Elektronikdose hinter dem oberen Schalter, alle Verbindungsleitungen sind bereits an den Komponenten vorhanden, so daß hier kein weiteres Material erforderlich ist.
Das UPP Modul wird aus der Unterverteilung mit Spannung und der Datenleitung versorgt. Da die LCN Datenleitung wie eine 230V Phase betrachtet wird, reicht es hier ein NYM-J 5x1.5 zu verlegen.
Terassentür
An der Terassentür montieren wir zwei normale 230V Einfach-Taster aus dem Schalterprogamm. Ein UPP Modul mit T8 Adapter ist an dieser Stelle zwar möglich, aber im Vergleich zur benötigten Funktionalität viel zu teuer. Wir legen daher von den Taster ein NYM 5x1.5 direkt zur Unterverteilung und schliessen die Taster dort an ein BT4H Modul an. Das Modul hat vier Tasteingänge und wird daher von uns nur zur Hälfte belegt.
Es ist ratsam als Dosen auch hier zwei Elektronikdosen zu verbauen, das ist im Moment zwar nicht erforderlich, aber mit dem verlegten 5x1.5 und dem Platz in den Dosen kann die Schaltstelle bei Bedarf später zum vollwertigen Bus-Teilnehmer ausgebaut werden.
Aktoren
Beleuchtung
Die Anschaltung der Beleuchtung teilt sich in zwei unterschiedliche Arten. Das an der Zimmertüre verbaute UPP Modul verfügt über zwei Ausgänge, die wir für zwei Lichtquellen verwenden. Hierzu wird ein 5x1.5 vom UPP-Modul zum ersten Lichtauslaß gelegt, von dort aus geht wieder ein 5x1.5 zum zweiten Lichtauslaß. Für's Erste verwenden wir eine Ader für Ausgang 1 und eine Ader für Ausgang 2, die dritte Ader bleibt frei. Sofern es baulich sinnvoller erscheint, kann auch der zweite Lichtauslaß direkt zum UPP verdrahtet werden, aber auch dann 5x1.5 Zuleitungen verwenden!
Die dritte Lichtquelle wird direkt mit einem 5x1.5 aus der UV angefahren und dort auf einen "passenden" Ausgang geschaltet. Für unser Beispiel verwenden wir einen Ausgang des SH+ Bus-Moduls. Das SH+ Plus Modul entspricht von der Funktionalität (in etwa) dem UPP - bei Beiden sind die Ausgänge mit bis zu 300 Watt belastbar und haben einen eingebauten Phasenanschnitt-Dimmer.
Rollladen und Markise
Für die Steuerung der Rollladen/Markise kommt ein zentraler Relais-Block in der Unterverteilung zum Einsatz. Das R8H hat acht Relais wovon immer zwei für die Motorsteuerung gepaart werden können. Von der UV zum Rollladen sind vier Adern erforderlich (PE/N/Auf/Ab), für einen einzelnen Antrieb legt man also ein 5x1.5 direkt von der UV zum Rollladen, durch Verwendung von 7x1.5 oder 10x1.5 kann man auch zwei bzw. vier Antriebe mit einer Zuleitung versorgen. Achtung: Ein Zusammenschalten der Auf/Ab Phasen mehrerer Antriebe ist in der Regel nicht möglich!
Damit wir uns mit der automatischen Rollladen-Steuerung auf der Terasse nicht aussperren, ist ein Fensterkontakt an der Terassen-Türe sinnvoll. Dieser arbeitet mit einer Kleinspannung und wird mit einem Y(St)Y ("Telefonkabel") an den Bus angeschlossen. Ein 1x2x.0.8 zum UPP wäre ausreichend, für spätere Erweiterungen ist aber ein 4x2x0.8 zur Unterverteilung keine schlechte Idee und nicht wesentlich teurer. Der Kontakt wird in der Unterverteilung auf einen Binäreingang des BU4L aufgelegt (bei Anschluß an das UPP wird ein B3I verwendet).
Steckdosen
Im ersten Moment ist es eine tolle Idee jede Steckdose einzeln schaltbar zu machen - die Kosten dafür sorgen meist aber schnell für einen etwas einfacheren Weg, der trotzdem ausreichende Flexibiltät bietet. Für unser Beispiel gehen wir von drei Stromkreisen aus, einer davon führt Dauerstrom, zwei können geschaltet werden.
Die erste Steckdose im Raum wird wieder mit einem 5x1.5 aus der UV angefahren, die beiden schaltbaren Phasen werden auf zwei Ausgänge eines R8H aufgelegt. Von der ersten Dose aus werden alle weiteren Steckdosen "im Ring" mit einem 5x1.5 verbunden. Die drei Schaltphasen werden immer durchgeschleift und jede Steckdose kann nach Bedarf auf eine dieser aufgelegt werden. Falls der Bedarf nach mehr als zwei schaltbaren Kreisen besteht, kann man auch ein 7x1.5 verwenden oder den Raum mit 2 Zuleitungen anfahren.
Programmierung / Schaltmöglichkeiten
Anmerkung: LCN verwendet keine "Schalter" sondern Taster und kann unterscheiden ob ein Taster nur kurz gedrückt wurde oder über eine längere Zeit (einstellbar, ab 0.5 Sek) gedrückt bleibt. Die hier vorgestellte Programmierung ist ein Beispiel, die mit den oben benannten Komponenten umgesetzt werden kann. Andere Lösungen sind natürlich möglich.
Zimmertür
Der Einzeltaster schaltet durch kurzes Drücken das Hauptlicht ein und aus, ein langer Druck dient als "Zentral-Aus" und schaltet
Über die drei Standard-Taster lassen sich (praktisch für Besucher oder Kinder) durch kurzes Drücken die drei Lichtquellen im Raum ein- und ausschalten.
